Katastrophen-Kasi

Kasi hat jetzt ein paar schlimme Tage hinter sich: über nette Worte freut er sich sicher:


Am Sonntag, dem 09.03.08  gegen 22:00 geschah es !

Die verfressen Brüder Kasimir und Korvin sprangen auf die Arbeitsplatte, um zu schauen, was ich denn dort wollte.

Leider rutschte Kasimir dort unglücklich ab, eine Situation die hier schon hundertfach  mit vorwitzigen Jungtieren passiert  ist. Nur diesmal war alles anders: ich hörte ein unseliges Knacken und Kasi schrie, fauchte und humpelte.

Leider war er dann verschwunden und auch mit guten Worten nicht zum Hervorkommen zu bewegen.


 

Montag, der 10.03.08

Am nächsten Morgen lag er in einem Kuschelnest, kam aber nicht zur normalen Fütterung. Den Kleinen habe ich geschnappt und vorsichtig abgetastet.

Mein eigener Befund als Laie der (Tier)-Medizin war ziemlich erschreckend: es knirschte am rechten Hinterbein und Kasi jammerte und gnibbelte, weil er das halt nicht wollte. Das konnte nur gebrochen sein, denn Kasi würde nie auch nur eine Pfote gegen uns erheben.

Unsere Haustierärztin bietet leider keine Knochenchirugie an, also war morgens um sieben guter Rat teuer.

Wir fanden einen Tierarzt, der bereit war, Kasimir schon morgens so früh anzusehen. Es wurden zwei Röntgenbilder angefertigt, die der kleine Katastrophenkater klaglos über sich ergehen liess.

Die Bilder bestätigten meine Diagnose: ein glatter Bruch des Unterschenkels!

Für die schlimmen Symptome, eine relativ "nette" Diagnose, es hätte auch ein Splitter- und/oder Trümmerbruch sein können.

Da Kasi gerade voll im Wachstum ist, entschieden der Tierarzt und ich, dass ganze einzugipsen, da die Prognose bei so einem jungen Tier recht günstig ist.

Kasi erhielt eine Narkose und das Bein wurde eingegipst. Dabei lernte ich eine Narkosetechnik mit Antidot kennen, die mir vorher unbekannt war. Es wird ein Narkosegegenmittel gespritzt und das Tier wacht innerhalb einer Stunde auf. Kein Torkeln, keine Übelkeit, Kasi war ganz der Alte.

Leider sollte das nicht lange halten. Kasimir wollte den Gipsverband nicht. Um 15:00 war er ab. Mein völlig geschockter Mann rief mich umgehend an!

Zu Feierabend der nächste Schock, denn mein Autochen machte ziemlich merkwürdige Geräusche: Zuhause angekommen war bei "Brumm-Töff", so heisst meine Italienische Rennsemmel, noch nichts zu erkennen. Aber fahren wollte ich doch lieber nicht, zum Glück....

Danke an unseren lieben Freund Michael Abel, der Kasi und mich nach Salzgitter Bad zu Dr. Laube gebracht hat.


 

Kasi sollte also wieder den Gips haben. Leider war ein erneutes Fixieren ohne weitere Narkose nicht möglich. Ich wollte mich nun nicht streiten, ob Kasi krankhaft vergnügungssüchtig oder ketaminabhängig ( Ketamin=gängiges Narkosemittel in der Tiermedizin) ist.

Kasi schlafen gelegt, Gips wieder dran, Aufwachspritze (geiles Zeug!!!)

Wieder Zuhause wurde Kasikater ganz viel geschmust und abgelenkt:

Aber da war nichts zu wollen: er kugelte durch die Gegend, lief rückwärts und schrie, einsperren, in einem organisierten Hasenkäfig, ging auch nicht. Um 22:00 war der Gips wieder ab. Er hat solange mit dem gesunden Bein gehakt und geschoben, das der Gips einfach herunterrutschte:-o


 

Dienstag der 11.03.08

6:55 "Hurra, Brumm-Töff, meine Italienische Rennsemmel, hat passend zu Kasimir einen Platten hinten rechts!. Und ich muss nicht arbeiten, ich stehe jeden Tag aus Spass an der Freude einfach  nur so auf!" (das war jetzt Ironie, für Leser, die das vielleicht nicht ganz verstehen)

Daher das "Ronk"-Geräusch vom Vortag. Also Notrad dran und zur Tankstelle, weil auf dem Notrad wirklich zur Not Luft war. Danach ging es dann flotter und ohne nennenswerte Verspätung zur Arbeit.

Zu Feierabend lagen schon die Alu-Felgen samt Sommerreifen für den Radwechsel bereit. Doch da sollte ich mich irren!

Zuerst musste der entgipste Kasimir wieder zum Tierarzt; der Gips blieb Zuhause, denn das sollte man einem so gestressten Tier nicht noch mal antuen.

Mein eigener Entschluss zur OP mit Platten und Schrauben stand schon am Vorabend fest!

Im Namen von Kasimir, dem Katastrophen-Kater, möchte ich mich herzlich bei Dr. med.vet Thomas Laube bedanken, der Kasimir so kompetent und würdig behandelt hat, obwohl er mich als Tierhalter gar nicht kannte:

So kleine Platten hätte er nicht. Ein ziemlich herber Schlag, also wohin jetzt? Aber da kam schon eine Überweisung nach Braunschweig zu einem Facharzt, der sich auf Kleintierchirurgie spezialisiert hat, und dem ich Kasi gleich anvertrauen konnte, weil ich am folgenden Tag wieder herausmuss.

Hier mal das Bild vom Bruch:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war ein lustiger Weg, nur mit Notrad mit Tempo 80 km/h auf einer Bundesstrasse. Aber der Weg hat sich gelohnt. Kasi nahm sein Schicksal mit Schnurren und Treteln.

 Auch wenn eine Pensionsbox nicht immer gut für eine Katze ist, Kasi zeigte die Grösse einer Rex-Katze und war freundlich zu seinem neuen Personal.

 

 


 

19:15 Ich bin wieder Zuhause, die totschicken Alu-Felgen mit Sportbereifung liegen im Flur. Aber es ist dunkel, und ich nicht suizidgefährded, so dass ich im Dunkeln neue Räder an "Brummtöff" schraube...

Morgen abend darf ich Kasi hoffentlich wohlbehalten und in einem Stück + etwas Metall wieder abholen.


Mittwoch der 12.03.08

Kasi soll Mittags operiert werden. Zum Glück war in der Arbeit sehr viel zu tun, so dass ich wenig Zeit hatte, mir nur Sorgen zu machen. Um 14:00 rief Dr. Kaiser an, und ich bekam einen riesen Schrecken. Er sagte mir jedoch, dass alles gut gelaufen war und Kasi schon gut wach wäre.

Da fallen einem die Alpen vom Herzen.

Kurz nach 17:00 kam ich am Erzberg an und habe zuerst den finanziellen Teil erledigt. Dann wurde mir mein quietschendes schimpfendes Katerchen präsentiert:" Ich bin ein Star, hol mich hier 'raus. Käfig sitzen ist doof, ich bin gar nicht krank. Ich habe Hunger, Durst, muss aufs Klo und langweilig ist mir auch. Alle doof ausser mich..."

So hatte ich mir das nach einer längeren OP nicht wirklich vorgestellt.

Und wurde noch die OP, samt Röntgenbildern erklärt, wie die weitere Therapie sei und eine Überweisung zu Dr. Laube in die Hand gedrückt. Wir sollen Kasi morgen dort vorstellen. Das Pflaster sollte ich Zuhause von der Infusionseinstickstelle nehmen.

Um 17:30 waren wir dann wieder zu Hause und ich bin ziemlich sicher, dass mich dieses Spektakel mindestens 10 Jahre meines Lebens kostet. Kasi wurde in den vorbereiteten Käfig gesetzt, (das Pflaster, dass auf seiner Nase klebte, habe ich vorher abgenommen )  für ca. 30 Sekunden. Solange dauerte sein Amoklauf im gestreckten Galopp immer im Kreis herum:-o

Vor lauter Verzweiflung nahm ich ihn dort heraus, liebste Katze der Welt. Allerdings steuerte er dann schnurstracks in die nächste Katzentoilette, um sich von min. 2 L Infusion zu befreien, dann zum Wsssernapf 2 L Infusion nachfüllen und dann an den Trockenfutternapf.

Bloss gut, dass Kasi das Beiblatt zur OP-Nachsorge nicht gelesen hat, denn genau das sollte er alles nicht machen und ich machte mir da schon Sorgen.

Mit Kasi gings dann ab ins Schlafzimmer (quasi eine Gummizelle für völlig grössenwahnsinnige Rexkater) wo ich mich erstmal auf den Fussboden legte. Ich wurde begeistert abgeschleckt, beknabbert,betretelt und beklettert. Der Kleine Kerl bekam sich gar nicht mehr ein.

Ich wollte doch gern was essen, also nahm ich ihn mit. Kasi, übrigens der Mittelpunkt des Universums, war begeistert wieder im Wohnzimmer zu sein und war die Ruhe selbst:

 

 

Hier mal die Narbe:

Kasi lässt sie übrigens in Ruhe, putzt sich normal im Rahmen der Katzenhygiene. Bis 1:30 klebte er an mir wie ein Kaugummi, dann gings mit ins Bett.


Donnerstag 13.03.08

Wider Erwarten pünktlich aufgestanden, ab zur Arbeit. Kasi samt rosa Pille Synolox gegen Entzündungen wurde im Schlafzimmer, seiner Privatgummizelle, eingeknastet.

Hat auch soweit geklappt, bis ich nach Hause kam. Da stand Kasi freudestrahlend in der Tür und begrüsste mich schnurrend. Ich habe es geahnt, mein Mann hat ihn laufen lassen, weil er dort randaliert hat:-o "Aber er ist hier ganz lieb!"

Ich wusste nun nicht, wem ich als erstes den Hals umdrehen sollte, Kasi oder meinem Mann. Dieser Kater macht uns fertig, eigentlich müsste man ihn mindestens 14 Tage völlig zudröhnen und zusätzlich fesseln.

Jedenfalls habe ich den Kleinen geschnappt und ab gehts zu Dr.Laube. Der amüsierte sich über Leckschutz, was wohl eine Tüte auf dem Kopf heissen sollte.

In Anbetracht eines kasifreien Gipsbeines konnten wir uns sicher nicht vorstellen, an dem eine Tüte zu montieren. Jedenfalls hatte Kasi kein Fieber und war glücklich, dass er dort so schön geknuddelt wurde. Jetzt darf er noch 10 Tage lang diese lecker rosa Pillen fressen. Endlich etwas, wo er keine Schwierigkeiten macht.

Schmerzmittel bekommt er nicht, wer weiss, was ihm sonst noch einfällt? Vielleicht hält er dann endlich mal still!!!!

In sechs Wochen sollen wir zum Kontrollröntgen kommen, dann wird entschieden, wann das verwendete Material entfernt werden soll.


Freitag der 14.03.08

Ich glaube, der Kater hat auch eine Schraube im Kopf. Da geht er los und ärgert seine 4 Wochen alten Halbgeschwister: die quietschen ja so schön, wenn man draufbeisst.

Zum Glück stürzte sich die wutentbrannte Bienchen auf den unbeteiligten Korvin. Ist ja zum Glück nichts passiert... Wenn das so weitergeht, bin ich ein Fall für die Klapse...


Donnerstag, der 20.03.08 Leider nässt die Wunde ein wenig und es ging zum Tierarzt. Dort wurden die Fäden gezogen, was keine wirkliche Herausforderung war. Denn die Fäden waren zwar noch drin, hatten aber keine Knoten mehr. Keine Ahnung wann und vor allem wie er das gemacht hat?

Ansonsten gehts dem schwarzen Teufel gut. Es gab eine weitere Spritze gegen eventuelle Entzündung und das Nässen muss aufhören, sonst muss er nach Ostern wieder hin....


 

Samstag, der 22.03.08 Die Wunde nässt nicht mehr und sieht richtig trocken aus.


 

Samstag, der 29.03.08

Ich erzähle mal selbst von meinem Leben: 

Mein Brüderchen hatte Besuch, interessierte sich aber nicht so wirklich. Marcus und Doreen fanden mich zum Knutschen, aber ich darf ja noch nicht weg, weil ich ja angeblich krank bin. Aber vielleicht haben sie ja Geduld mit mir, bis ich angeblich wieder gesund bin! Dabei habe ich doch gar nichts....

Donnerstag, der 03.04.08

Meine Dosenöffnerin ist wieder da! Die war eine ganze Woche weg und nur Samstag kurz hier.

Zur Feier des Tages, damit ich wieder richtig liebgehabt werde, bekam ich ein dickes Bein und humpelte. Ich wollte doch nur ihre Aufmerksamkeit.

Was hat sie gemacht? Sie ist mit mir zum Tierarzt gefahren. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich kein dickes Bein bekommen und hätte auch nicht gehumpelt.

Beim Tierarzt haben sie wieder ein komisches Foto von meinem Bein gemacht und sagten, dass noch alles richtig sitzt. Allerdings muss ich jetzt Tabletten nehmen.

Dabei bin ich doch immer lieb!


Freitag, der 18.04.08

Ich kann euch nur sagen: Dosenöffner sind doof!

Da schleppt die mich heute wieder zum Tierarzt. Zum Glück ist die Mannschaft dort voll auf meiner Seite.

Heute haben sie mich drei Mal fotografiert, weil die ersten Bilder nicht schön waren.

Der Doktor hat mich ja gelobt, weil das jetzt so gut verheilt ist, obwohl ich frei herumgelaufen bin. Das durfte ich eigentlich gar nicht und sollte in einen Käfig für 6 Wochen. Allerdings haben sie nicht mit mir gerechnet... Denen habe ich allen gezeigt, was es heisst, mich den Kasi-Kater einfach so einzusperren.

Jedenfalls sprachen der Doktor und meine Sklavin vom 5 Mai und nüchtern, dabei mag ich gar kein Bier.

Den Rest habe ich nicht so genau verstanden: sie sprachen von Blutprobe, Bluttests, Mikrochip, jedenfalls konnte ich da nicht länger zuhören und habe ein Hundeleckerchen gefressen....


Als wenn ich das geahnt hätte...

Am Sonntag, den vierten Mai hat mich die Dosenöffnerin mit ins Schlafzimmer genommen. Ein sehr angenehmer Zustand,  denn die Dosi warm weich und kuschelig. War nicht so schlimm, dass da kein Futter im Raum war.

Am nächsten Morgen habe ich aber lauthals gegen diesen Zustand protestiert! Mit dem Erfolg, dass ich dort bleiben musste....

Dann hat mich Dosenöffnerin gepackt und in eine Transportkiste gestopft, und es ging mal wieder zum Tierarzt. Der hat mich schlafen gelegt und als ich wieder wach wurde, waren drei meiner Beine rasiert und keine Dosenöffnerin da, dafür war an meinem Hinterbein ein Pflaster!


 

06.05.08 Die Sklavin hat mich doch noch am vorabend abgeholt. Da war ich noch ein wenig schwach und wackelig auf den Beinen.

Aber dem Pflaster habe ich es gezeigt!!! Igitt, das war ganz weiss und passte so gar nicht zu meinem schwarzen Fell. Ich habe es ab gemacht.


 

10.05.08 Meine Dosi puhlt dauert an meinem Hinterbein herum und schüttelt den Kopf. "So geht das nicht, es ist Feiertag!"

Prompt hat sie mich wieder eingesperrt und zu diesem Tierarzt gefahren. Die schüttelten auch nur den Kopf ("Da hat er ja ganz schön dran herumgefressen!"-Ich habe nie was gemacht, ausser dieses unästetische Pflaster zu entfernen!)

Jedenfalls haben die solche Tacker, mit denen die Sklavin Papier zusammenheftet, in mein Bein gemacht und eine brennende Spritze gabs auch noch dazu.

Diese Tackernadeln schmecken ja gar nicht und ich habe mich nicht weiter dafür interessiert.

Donnerstag, der 15.05.08 Schon wieder werde ich eingefangen und muss zum Tierarzt. Ist das ätzend! Die drehten mich dort auf den Rücken und fummelten an meinem Bein herum. Fand ich total doof, allerdings stört mich dort auch nicht mehr! I feel good:-D

Samstag, 17.05.08 Der Schock meines Lebens.. Ich wurde wieder eingefangen, zusammen mit meiner Schwester Hildi und meiner Freundin Lorelei:-o

Es ging wieder ins Auto und davon war ich überzeugt: meine Kumpels und ich würden auf den Rücken gelegt und am Bein herumgefummelt! Die ganze lange Autofahrt habe ich das erzählt, aber Hildi und Lore glaubten mir das nicht!

Wir kamen in einer grossen Halle an, eine Frau im weissen Kittel guckte uns an und wir durften rein.

Wir wurden in einen Käfig gesetzt mit uns vertrauten Gegenständen, war nicht so schlimm. Hildi und Lore sagten, das ich auch nett sein sollte, denn es kämen viele Leute, die uns gern bewundern würden wollen!

Das war also eine Katzenausstellung und ich gab mein bestes:

Das bin ich mit meiner Sklavin.

Eine Frau namens "Richterin" guckte mich ganz genau an, das war doch sehr angenehm, denn ich glaube, sie mochte mich:

 

Dann hatte ich Feierabend und durfte dösen. So schlimm war "Katzenasustellung" nicht. Ich bin "a gentle healthy boy with a fantastic coat" wusste ich ja schon immer, tut aber gut, es mal von anderen zu hören:

23.05.08 Auf dieser "Katzenausstellung" sind mir ein paar ganz interessante Dinge in die Nase gestiegen. Ich bin ein Junge!!!!

Lorelei riecht so gut. Wir hatten Besuch, der uns sehr mochte, aber Lorelei mochte ich noch viel mehr...

Das Tagebuch wird weitergeführt....

Was kostet das eigentlich?

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